TiviMate einrichten: M3U-Playlist und EPG konfigurieren

TiviMate ist auf Fire TV und Android TV der meistgenutzte IPTV-Player — wegen seiner klaren Benutzeroberfläche, nativen Unterstützung für M3U und Xtream Codes sowie der zuverlässigen EPG-Integration. Die Konfiguration ist in wenigen Schritten erledigt, wenn man weiß, welche Daten wohin gehören und warum bestimmte Einstellungen wichtig sind.

Diese Anleitung ist Teil des übergeordneten IPTV-Einrichtungsratgebers, der alle Zugangsdaten-Formate und Geräteplattformen im Überblick erklärt. Hier liegt der Fokus ausschließlich auf TiviMate.

Was TiviMate von anderen Playern unterscheidet

TiviMate überzeugt durch drei Stärken, die andere IPTV-Player oft nicht kombinieren:

  • – Nativ-Unterstützung für M3U und Xtream Codes in einer App
  • – EPG-Darstellung mit konfigurierbarem Vorschaufenster und Gruppenfiltern
  • – Fernbedienbarkeit optimiert für Fire TV und Android TV Remotes

Die kostenlose Version deckt alle Grundfunktionen ab. TiviMate Premium (einmalige Zahlung) schaltet Aufnahmefunktion, mehrere Playlisten und erweiterte Kategorieverwaltung frei.

TiviMate-Einstellungsmenü auf einem Android TV mit geöffnetem Playlist- und EPG-Konfigurationsdialog

Playlist hinzufügen: Xtream Codes oder M3U

Beim ersten Start öffnet TiviMate automatisch den Einrichtungsassistenten. Wenn Sie TiviMate bereits installiert haben und eine weitere Playlist hinzufügen möchten, navigieren Sie zu Einstellungen → Playlisten → Hinzufügen. Das Vorgehen ist in beiden Fällen identisch.

Variante 1: Xtream Codes API (empfohlen)

Xtream Codes ist das komfortablere Format: TiviMate fragt den Server direkt per API ab und erhält eine strukturierte Senderliste — nach Gruppen sortiert, mit eingebetteten Kanal-Metadaten. EPG-Daten werden oft direkt mitgeliefert, sodass kein zweiter Konfigurationsschritt nötig ist.

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„Xtream Codes API" auswählen

Im Playlist-Dialog wählen Sie „Xtream Codes API". Drei Felder erscheinen: Server-URL, Benutzername und Passwort. Diese drei Angaben erhalten Sie vom Anbieter getrennt.

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Server-URL korrekt eintragen

Die Server-URL enthält in der Regel einen Port, zum Beispiel http://server.beispiel.com:8080. Tragen Sie die URL exakt so ein, wie sie der Anbieter mitgeteilt hat — ohne abschließenden Schrägstrich, ohne zusätzliche Pfadangaben. TiviMate ergänzt den API-Pfad automatisch.

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Benutzername und Passwort eingeben

Beide Felder sind case-sensitiv. Häufiger Fehler: Leerzeichen, die beim Kopieren aus einer E-Mail am Anfang oder Ende entstehen. Falls TiviMate einen Authentifizierungsfehler meldet, löschen Sie das Feld vollständig und tippen Sie die Daten manuell ein oder kopieren Sie sie aus einer Textnotiz ohne Leerzeichen.

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Playlist laden und abwarten

Nach dem Speichern lädt TiviMate die Senderliste. Bei großen Playlisten (über 5.000 Kanäle) dauert dieser Vorgang bis zu 90 Sekunden. Ein Fortschrittsbalken zeigt den Status an. Unterbrechen Sie den Ladevorgang nicht — ein Abbruch kann eine unvollständige Kanalliste erzeugen.

Variante 2: M3U-Playlist-URL

Wählen Sie im Playlist-Dialog „M3U-Playlist" und geben Sie die vollständige URL ein. Eine M3U-URL enthält in der Regel Authentifizierungsparameter direkt in der Adresse, zum Beispiel:

http://server.beispiel.com:8080/get.php?username=USER&password=PASS&type=m3u_plus

Die gesamte URL muss exakt eingetragen werden. Fehlt ein Parameter, liefert der Server entweder eine leere Liste oder eine Fehlermeldung. TiviMate lädt die M3U-Datei herunter, parst alle Einträge und baut daraus die Kanalübersicht auf.

Unterschied M3U vs. Xtream Codes: Bei M3U erhält TiviMate eine statische Textdatei, die bei jeder Aktualisierung neu heruntergeladen wird. Bei Xtream Codes kommuniziert TiviMate dynamisch mit dem Server-API und kann Kanaländerungen schneller erkennen. Für die tägliche Nutzung macht der Unterschied kaum einen praktischen Unterschied — Xtream Codes ist lediglich etwas komfortabler in der Verwaltung.

EPG konfigurieren: Programmdaten einbinden

Der EPG — Electronic Programme Guide — zeigt Ihnen in TiviMate, was gerade läuft und was als nächstes kommt. Ohne EPG erscheint in der Programmübersicht nur der Kanalname, ohne Sendungstitel oder Beschreibung.

EPG über Xtream Codes (automatisch)

Wenn Sie Xtream Codes verwenden, liefern viele Anbieter EPG-Daten direkt über die API mit. Prüfen Sie nach dem Laden der Senderliste, ob in der Programmzeile bereits Titel erscheinen. Falls ja, müssen Sie keine separate EPG-URL eintragen. Falls die Programmzeile leer bleibt, ist eine manuelle EPG-Quelle notwendig.

EPG-URL manuell eintragen

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EPG-Einstellungen öffnen

Navigieren Sie in TiviMate zu Einstellungen → EPG → EPG-Quellen. Wählen Sie „Quelle hinzufügen" und geben Sie die XMLTV-URL ein, die Ihr Anbieter bereitstellt. Die URL endet typischerweise auf .xml oder .xml.gz — das komprimierte Format lädt schneller.

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Aktualisierungsintervall festlegen

Stellen Sie das Aktualisierungsintervall auf täglich oder alle 12 Stunden ein. Häufigere Aktualisierungen belasten den Anbieter-Server unnötig. Aktivieren Sie außerdem die Option, EPG-Daten beim Starten von TiviMate automatisch zu aktualisieren, damit die Programmdaten stets aktuell sind.

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Erste Aktualisierung manuell auslösen

Nach dem Speichern erscheint die neue EPG-Quelle in der Liste. Wählen Sie „Jetzt aktualisieren". Je nach Datenmenge dauert die erste Aktualisierung 1–5 Minuten. TiviMate verarbeitet die XMLTV-Datei im Hintergrund und ordnet die Programmdaten den Kanälen automatisch zu.

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EPG-Zuordnung prüfen

Öffnen Sie nach der Aktualisierung einen beliebigen Kanal und prüfen Sie, ob in der Programminformationszeile ein Sendungstitel erscheint. Fehlt der Titel, stimmt möglicherweise die Kanal-ID zwischen der M3U-Playlist und der XMLTV-Datei nicht überein — ein häufiges Problem bei Anbietern, die M3U und EPG separat pflegen. Fragen Sie in diesem Fall beim Anbieter nach einer kompatiblen EPG-URL.

Kanalgruppen, Favoriten und Anzeigeeinstellungen

Eine große Senderliste mit Tausenden von Kanälen ist ohne Struktur kaum bedienbar. TiviMate bietet zwei Wege, um Ordnung zu schaffen: Gruppenfilter und Favoritenlisten.

Unter Einstellungen → Gruppen sehen Sie alle Kategorien, die in Ihrer Playlist enthalten sind. Deaktivieren Sie alle Gruppen, die Sie nicht benötigen — zum Beispiel ausländische Sprachpakete oder Kategorien, die Ihr Abonnement nicht enthält. TiviMate blendet diese Gruppen aus, ohne sie aus der Playlist zu löschen. Sie können die Gruppen jederzeit wieder aktivieren.

Favoritenlisten legen Sie an, indem Sie in der Kanalübersicht einen Kanal lang gedrückt halten (oder die Menütaste der Fernbedienung drücken) und „Zu Favoriten hinzufügen" wählen. Die Favoritenliste erscheint in TiviMate als erste Gruppe beim Start — das spart bei der täglichen Nutzung mehrere Navigationschritte.

Unter Einstellungen → Darstellung lässt sich zudem einstellen, wie viele Stunden der EPG-Zeitstrahl vorwärts und rückwärts anzeigt. Ein Zeitfenster von 2 Stunden rückwärts und 12 Stunden vorwärts ist für die meisten Nutzungsszenarien ausreichend und hält die Oberfläche übersichtlich.

Player-Einstellungen und Hardware-Decoder

TiviMate nutzt standardmäßig den Hardware-Decoder des Geräts. Das ist auf modernen Fire-TV- und Android-TV-Geräten die richtige Einstellung — der dedizierte Decoder-Chip verarbeitet H.264- und H.265-Streams ohne nennenswerte CPU-Last.

Wenn ein Stream mit hängendem Bild bei laufendem Ton abspielt, ist das ein typisches Zeichen für eine Hardware-Decoder-Inkompatibilität: Der eingebaute Decoder unterstützt das Codec-Profil oder die Bittiefe des Streams nicht vollständig. Navigieren Sie zu Einstellungen → Player → Hardware-Decoder und deaktivieren Sie die Option. TiviMate wechselt in den Software-Dekodiermodus, der breiter kompatibel ist, aber mehr Prozessorlast erzeugt.

Für 4K-Streams mit HDR-Metadaten lohnt es sich außerdem zu prüfen, ob TiviMate die richtige Ausgabeauflösung an den Fernseher weitergibt. Unter Einstellungen → Player → Videoausgabe kann die Auflösung manuell festgelegt werden, falls der automatische Modus nicht das korrekte HDR-Profil aktiviert.

Typische Konfigurationsfehler und Lösungen

Problem Ursache Lösung
Senderliste bleibt leer nach dem Laden Falsche URL, gesperrter Account oder Server nicht erreichbar URL im Browser am PC testen; beim Anbieter Account-Status prüfen
Authentifizierungsfehler bei Xtream Codes Leerzeichen in Benutzername/Passwort oder falscher Port Felder löschen, Daten manuell neu eingeben; Port in Server-URL prüfen
EPG zeigt keine Programmdaten EPG-URL fehlt, Aktualisierung ausstehend oder Kanal-ID-Mismatch Manuelle Aktualisierung erzwingen; beim Anbieter kompatible EPG-URL anfragen
Senderliste lädt sehr langsam (> 5 min) Sehr große Playlist oder langsame Netzwerkverbindung zum Anbieter-Server Netzwerkverbindung prüfen; Ethernet statt WLAN testen
Bild hängt, Ton läuft normal Hardware-Decoder inkompatibel mit Stream-Codec Einstellungen → Player → Hardware-Decoder deaktivieren
Kanal-IDs stimmen nicht mit EPG überein M3U-Playlist und XMLTV-Datei verwenden unterschiedliche Kanal-IDs Beim Anbieter eine EPG-URL anfragen, die zur Playlist passt
Hinweis zur Nutzung: TiviMate ist ein Player — die Qualität und der Inhalt der Streams hängen ausschließlich vom IPTV-Anbieter ab. Stellen Sie sicher, dass Sie nur Dienste nutzen, für die Sie die notwendigen Zugriffsrechte besitzen.

Häufige Fragen

M3U ist eine Playlist-URL, die TiviMate als Datei herunterlädt und auswertet. Xtream Codes ist ein API-Protokoll: TiviMate verbindet sich mit dem Server über Benutzername und Passwort und erhält eine strukturierte, nach Gruppen sortierte Senderliste. Xtream Codes ist komfortabler, weil Kanalgruppen automatisch organisiert sind und EPG-Daten oft direkt mitgeliefert werden.
Das Aktualisierungsintervall ist frei einstellbar. Empfohlen sind täglich oder alle 12 Stunden. Zu kurze Intervalle belasten den Anbieter-Server unnötig. Die erste Aktualisierung nach dem Eintragen der EPG-URL muss manuell ausgelöst werden.
Erzwingen Sie in TiviMate eine manuelle Playlist-Aktualisierung. Falls das fehlschlägt, prüfen Sie ob die hinterlegte URL oder die Zugangsdaten noch gültig sind. Bei Xtream Codes kann sich die Server-URL des Anbieters geändert haben — fragen Sie beim Anbieter nach der aktuellen Server-Adresse.

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